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So sind wir noch nie gefahren

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Der Großteil unserer Mitglieder war skeptisch. Trotzdem wollten alle mitmachen und es einfach mal ausprobieren, was viele Spur Nuller immer wieder von sich sagen: „Ich fahre nicht im Kreis!“
Fazit nach dem sehr kurzweiligen Wochenende: Stimmt nicht!

Allen, tatsächlich allen (alten wie neuen Mitgliedern und Gästen), hat es sehr gefallen, und jeder hat seine persönlichen Vorlieben ausleben können. Denn was und wie gefahren wurde und wie lang der Zug sei, das konnte jeder selbst entscheiden. Auch wie oft und wie lange gefahren wurde lag in der Hand eines jeden selbst, um eben seine Vorlieben mal intensiv zu genießen.

Immer mal wieder wurde das Thema „Im Kreis fahren“ am Rande diskutiert. Aber unser Portfolio an Modulen war im wesentlichen eingleisige Streckenmodule und Betriebsstellen. Erst in den letzten Jahren kamen immer mehr zweigleisige Streckenmodule und auch zweigleisige Betriebsstellen hinzu. Mittlerweile sind es genügend, um unsere Halle durchgängig zweigleisig zu bestücken. Somit war die technologische Voraussetzung für unser „Experiment“ gegeben.
Hinzu kam, dass in den letzten Jahren viele längere Personenwagen und auch größere Loks am Markt verfügbar waren, die bei herkömmlichen Fahrtreffen mit Fahrplan trotz kleiner Pausen, in denen frei gefahren werden konnte, nicht wirklich zufriedenstellend eingesetzt werden konnten. Denn eingleisige Streckenabschnitte und Betriebsstellen verhinderten dies einfach.

Zum Jahresabschluss einmal „Richtig einen fahren lassen“ hat das Interesse zuerst verhaltend, dann aber nachhaltig geweckt. Durch die komplett 55,55 Meter lange, zweigleisige Strecke im Gegenverkehr gab es fast keine Zuganzahl-Beschränkungen. 
• Problemlose Mischung von Personen- und Güterverkehr und PmG 
• Beliebige Wagenzusammenstellung ohne Rücksicht auf Fahrplan und Betriebsstellen
• Möglichkeit sehr langer Züge fahren zu können (ohne Rücksicht auf Bahnsteiglängen)
• Genügend Aufgleisflächen auch für sehr lange Züge
• So oft und so ausgiebig Züge fahren lassen wie es einen Spaß macht

Liebe Leute, was da im Laufe der Tage alles aufgegleist wurde, hat jeden überrascht. So, und in der Menge, war es tatsächlich noch nie zu sehen gewesen. Zudem war die Zugdichte sehr hoch. Es war zu jeder Stunde deutlich mehr Verkehr als jemals zuvor unterwegs (es wurde tatsächlich „auf Sicht“ gefahren). Ein Genuss beim Zugucken. Trotzdem war es jederzeit möglich, sich eine Pause zu gönnen und der zweiten Leidenschaft jedes Modellbahners zu frönen: Sich auszutauschen und auch einfach nur miteinander zu reden.
Okay, diese Art zu fahren ist nicht unbedingt aktaktiver als die herkömmliche nach Fahr-/Frachtplan und mit Betriebsstellen. Aber am Ende waren sich alle einig, dass es eine willkommene Abwechslung war und deshalb werden wir es wiederholen – ganz sicher.

Die Stimmung per Video einzufangen war nicht einfach. Ich hoffe, es ist trotz eines etwas längeren Videos nicht langweilig. Zu sehen sind viele schöne lange Züge und auch Übersichten aus der Drohnenperspektive. Viel Spaß beim Anschauen und ggf. sich inspirieren lassen ;)

Jens Frommann

Und hier der Beweis: